Marina von Carlos Ruiz Zafón


  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 2 (5. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100954017
  • ISBN-13: 978-3100954015

Erinnerungen an längst vergessene Träume.

Was seht ihr auf einem Friedhof?
Alte Gräber, verwelkte Blumen, Ruhe und Stille?
Marina sieht Erinnerungen hunderter Menschen, Leben, Gefühle, Illusionen, vergessene Träume, zu viele Enttäuschungen und Irrtümer. All das wird für immer fest gehalten.

Der Internatsschüler Oscar lernt Marina kennen, als er ihrem Vater die versehentlich gestohlene Uhr zurück bringt.
Auf die Frage warum er in das Haus eingebrochen sei, stammelt er „Ich bin kein Dieb. Es gibt für alles eine Erklärung. Wenn ich es gewagt habe, in ihr Haus einzudringen, dann, weil ich glaubte, es sein unbewohnt..“

«Ende der siebziger Jahre war Barcelona eine Fata Morgana von Boulevards und engen Gässchen, wo man alleine beim Betreten eines Hausflurs oder eines Cafés dreißig oder vierzig Jahre in die Vergangenheit zurückreisen konnte. In dieser magischen Stadt verliefen Zeit und Erinnerung, Geschichte und Fiktion wie Aquarelle im Regen. Dort war es, wo Kathedralen und aus Fabeln entsprungene Häuser im Klang von nicht mehr existierenden Straßen die Kulisse zu dieser Geschichte bildeten.»
[«Marina» von Carlos Ruiz Zafón; S. 13]

Es war das Geheimnisvolle, die Aura des Hauses, die ihn angezogen hat. Genauso geht es ihm auch mit Marina. Sie verabreden sich für den nächsten Tag und gehen zu einem alten Friedhof. Dort sehen sie eine schwarz gekleidete Frau, sie kommt jeden Sonntag um 10 Uhr, um eine Rose auf das Grab zu legen. Das Grab ist nicht im Register eingetragen und auf dem Grabstein steht kein Name.
Sie verfolgen die Frau und landen in einem alten Gewächshaus in dem schon lange keine Blumen mehr geblüht haben. Und erleben ein mörderisches Abenteuer, das sie nicht mehr loslässt. Sie scheinen verfolgt zu werden, sogar nach ihrem Leben wird getrachtet.
Trotzdem lässt sie die Geschichte, auf die sie gestoßen sind, nicht los und sie beginnen einen längst vergessenen Fall zu lösen.

Ich muss gestehen, dass ich bisher zu Carlos Ruiz Zafón keinen Zugang gefunden habe. Dieses Buch belehrt mich eines Besseren. Der Schreibstil ist wunderbar, die Sprache stilecht. Schon der erste Absatz zieht den Leser in die Tiefen des Buches und man ist erst bereit aufzutauchen, wenn der letzte Satz geschrieben ist.
Die Vergleiche der Sprachvielfalt „Mein Puls – Kastagnetten“ sind witzig und mystisch zugleich. Das Buch ist eine Mischung aus Krimi, Mysteriethriller und Liebesroman.

Carlos Ruiz Zafón führt uns in sein geliebtes Barcelona und schafft es eine magische, wie auch düstere Atmosphäre aufzubauen. Wer schon mal in Barcelona war, wird noch tiefer in dieses Buch einsinken können.

Besonders froh war ich, dass der Autor seine sonst üblichen detailverliebten Beschreibungen auf ein Minimum  reduziert hat. Die Protagonisten waren so für mich sehr viel greifbarer als im Bestseller des Autors  „Der Schatten des Windes“.
Ich konnte bei „Marina“ eine Verbindung herstellen und die Protagonisten, ob gut oder böse, wirken trotz des mystischen Themas so lebensnah und real.

Ich würde „Marina“ als Jugendbuch empfehlen und für jeden, der bisher mit dem Autor nichts anfangen konnte. Ich hoffe nun auf weitere Werke von Carlos Ruiz Zafón, die in diese Richtung gehen.

 

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Ein Kommentar zu “Marina von Carlos Ruiz Zafón

  1. Eine tolle Rezension!
    „Marina“ war mein erstes Buch von diesem Autor und ich war auch richtig begeistert. Der Schreibstil, die Charaktere und die ganze Stimmung haben wunderbar zusammengepasst.
    Freu mich, dass ich auf diesen Blog gefunden habe..werde mal weiter rumstöbern 🙂
    Liebe Grüße!

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