Westend Blues von Helmut Barz


Sutton Verlag, 380 Seiten
ISBN: 9783866804845

 

Hauptkommissarin Katharina Klein hat ihren Partner verloren. Erschossen, außer Dienst, in einem Parkhaus bei einer verpatzten Drogenübergabe eines verdeckt ermittelnden Kollegen. Und das ist noch nicht alles. Sie wird vom Dienst suspendiert und als sie nach Hause kommt sitzt Laura vor der Tür, aber irgendwas stimmt nicht mit der 4jährigen Nachbarstochter. Als Katharina sich Zugang in die Wohnung der Nachbarin verschafft liegt diese schwer verletzt am Boden. Alles deutet auf ein Gewaltverbrechen hin. Nun muss sie sich also auch noch um die kleine Laura kümmern. Als die Nachbarin an ihren Verletzungen stirbt gibt sie der kleinen Laura das Versprechen den Mörder zu finden.

Verdeckt und ohne Dienstausweis, dazu noch bewacht von zwei Leibwächtern ihre Patenonkels (der Kontakte zur Frankfurter Unterwelt hält), begibt sie sich auf die Suche nach dem Mörder. Dabei trifft sie auf den Gerichtsmediziner Amendt, der auch vom Dienst suspendiert ist. Dieser ermittelt in einem anderen Fall, indem eine junge Mutter bei der Geburt verblutet ist.
Zusammen versuchen sie die Morde aufzuklären.

Katharina Klein zeichnet sich als unkonventionelle Ermittlerin aus. Um Schuldige zu überführen riskiert sie oft Kopf und Kragen. Amendt hingegen ist in sich verschlossen und hat ein Geheimnis, das Katharina noch nicht erkennt. Er wurde vor langer Zeit eines Mordes beschuldigt, aber auf Grund fehlender Beweise wieder frei gelassen. Wer jetzt meint zu wissen, was hinter Amendt steckt, der täuscht sich.

Westend Blues“, ein Frankfurt-Krimi, ist ein temporeicher Krimi, der mit wenig Blut und detailverliebten Mordbeschreibungen auskommt. Vielmehr versucht der Autor Helmut Barz hier eine psychologische Note reinzubringen. Die vielen Nebenstränge, die sich Helmut Barz hier einfallen lassen hat, unterstützen die Spannung, die dieser Krimi nie verliert. Wir stolpern zusammen mit Katharina und Amendt von einem Mord in den anderen. Ein Krimi mit einer guten Mischung aus Action und Witz.

Sehr gut hat mir gefallen, dass der Autor auch noch viel Ironie in den Roman gepackt hat. So wird z.B. eine Werbeagentur auf die Schippe genommen. Der Dialog, der im witzigen Denglisch geführt wird, bringt eine kleine Entspannung in die Ermittlungen hinein. Ein kauziger Professor bringt etwas Verwirrung und Zerstreuung in den Krimi.
Und auch etwas Romantik hat der Autor dem Buch zugestanden, die aber nur am Rande passiert und sich nicht störend auf den Roman auswirkt.

Was mich an der Person Katharina Klein gestört hat, waren die vielen Ohnmachtsanfälle der taffen Hauptkommissarin, vorzugsweise in der Gesellschaft des Gerichtsmediziners Amendt. Das wirkt für mich doch arg konstruiert. Die Verbindungen zur Unterwelt Frankfurts durch den Patenonkel halte ich für überzogen. Ich vermute mal, das es in Deutschland nicht möglich ist Hauptkommissar zu werden mit diesen Verbindungen.
Aber dies alles kratzt nur an der Oberfläche und wirkt sich nicht negativ auf den Lesefluss aus. Ich freue mich schon auf einen weiteren Teil mit dem Ermittlerduo, dass in „African Boogie“ fortgesetzt wird. Die Idee, dass ein Gerichtmediziner mit einem Hauptkommissar zusammen arbeitet gefiel mit schon im Münsteraner Tatort.

 

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