Nikolski von Nicolas Dickner


  • Gebundene Ausgabe:302 Seiten
  • Verlag:Frankfurter Verlagsanstalt; Auflage: 2., Aufl. (24. August 2009)
  • Sprache:Deutsch
  • ISBN-10:3627001575
  • ISBN-13:978-3627001575
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren

 

Ein fabulöser Roman, so reich an Abenteuern in der Geschichte, um drei Protagonisten die zwar verwandt sind, aber sich nicht kennen.
Diese drei Protagonisten, die sich zwar nicht kennen, aber auf wunderbare Weise verbunden sind. Verbunden mit Jonas Doucet, der in vielen Geschichte und Erzählungen auftaucht, fast als wäre er ein Mythos. Und doch ist er der Vater von Noah, und dem namenlosen Erzähler dieser Geschichte, sowie der Onkel von Joyce.
Wie auch schon Jonas Doucet sind seine Söhne und seine Nichte ruhelos.
Alle leben sie eine Zeit lang dicht beieinander, ihre Wege kreuzen sich und doch, kennen sie sich nicht.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1989 und endet 10 Jahre später.
Der Erzähler beginnt seine Geschichte mit: „Mein Name ist ohne Bedeutung“
Er ist dabei die Wohnung seiner Mutter zu entrümpeln, die ein paar Tage zuvor verstorben ist. Wie viel Müllsäcke braucht man für 35 Jahre eines Lebens? Nur wenig behält er für sich und nachdem das Müllauto fort ist, kommt auch schon der Umzugswagen nach Montreal. Dieser namenlose Erzähler wird uns noch öfter begegnen in den Geschichten von Noah und Joyce, wenn sie in die kleine verstaubte Buchhandlung kommen in der er arbeitet.

Noah hat das Nomadenleben satt. Seine ruhelose Mutter fährt im Landesinneren quer durchs den Kontinent. Und er lebt seit 18 Jahren in diesem Wohnwagen. Er hat sich, da er seinen Vater bei den Aleuten vermutet, in einer Uni weit weg von ihm gesucht und studiert Archäologie. Besonders die Abfallarchäologie beschäftigt ihn. Dort belegt er einen Kurs bei einem zwielichtigen Dozenten über „..die Müllkippe als Symbol unserer sesshaften Kultur“
So verschlägt es ihn nach Montreal und zu Maelo, bei dem er wohnt und mit dem er sich befreundet.

Joyce, die dritte in dieser skurrilen Geschichte büxt aus um Piratin zu werden und ihre Mutter zu suchen, die sie noch nie gesehen hat. Sie bastelt sich auf dem Abfall geworfene Computer zusammen und klaut Kreditkartennummern, das ist ihr Piratenschiff. Ihren Computer gibt sie, wie Piraten ihren Schiffen, Namen die meist ebenso skurril wie die Geschichten selbst sind. Tagsüber verdient sie ihr Geld bei Maelo im Fischladen.

Melancholisch aber heiter schreibt der Autor über Verlust und Suche, über Müll und deren Bedeutung – die sich durch das ganze Buch zu ziehen scheint. Und während die Protagonisten es schaffen sich zu begegnen, werden sie umso schneller wie zwei Plus Pole auf dem Magnet wieder auf Abstand gebracht.

Die mehr als skurrilen Gestalten in Dickners Roman befassen sich Anthropologie, Ethnologie und mit Evolutionskunde. Dickner rezitiert viele Bücher und alte Landkarten, die uns weit über Kanada hinaus führen. Eine amüsante Chronik die sehr anspruchsvoll ist, denn wer hier eine stringent verlaufende Geschichte erwartet ist falsch. Der rote Faden in diesem Buch verläuft so wie das Begegnen der Protagonisten, nämlich im Sand. Es ist nie ganz klar was einem auf der nächsten Seite erwartet und so werden auch wir zu Suchenden und wissen nie auf wen wir treffen.

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