Adams Erbe von Astrid Rosenfeld


  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (22. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783257067729
  • ISBN-13: 978-3257067729
  • ASIN: 3257067720
  •  

    In „Adams Erbe“ erzählt Astrid Rosenfeld von zwei Existenzen zu verschiedenen Zeiten. Es ist die Geschichte von Edward und seinem Großonkel Adam.

    Die Geschichte beginnt im Jahr 2004, der längst erwachsene Edward schreibt einer jungen Frau und erzählt ihr eine Geschichte, eine Geschichte die nicht in Vergessenheit geraten darf.

    Edward wächst in den 90er auf. Mit 7 erfährt er,  das sein Vater gar nicht tot ist und Sören oder Gören heißt und irgendwo in Schweden lebt. Seine Mutter wusste schon mit 15 dass sie gerne ein Kind hätte und als sich ihr mit fast 30 Jahren die Chance bot, war es ihr egal ob das Kind einen Vater hatte. Sie zog aufs Land zu ihren Eltern und  so begann eine unglaubliche Kindheit, Edwards Kindheit.

    Inmitten seiner komischen Familie, sein Großvater  vegetiert auf dem Dachboden,  seiner  Mutter ist es egal das die Mutter sie dauern verkuppeln will.  Entgegen anderer Rezensenten hat mich dieses Kapitel nicht amüsiert.  Für mich hat es an Fahrt verloren als Jack die Bühne betritt. Der Elefantengott wie Edward ihn nennt, der aussieht wie Elvis. Jack heiratet Magda, Edwards Mutter und sie ziehen von Berlin nach Frankfurt. Jack ist ein Gangster und Gewalttätig und trotz allem lieben sie ihn, diesen Hilfselvis.

    „Ich war zu jung um mir ein Venedig zu erschaffen, und zu jung, um mich nicht bestraft zu fühlen. Der Schmerz war ein gieriges Tier, das in mir bebte und sich von meinem Fleisch ernährte.
    Ein launisches Wesen.“

    Die Autorin hat sich im Verhältnis zu Adams Geschichte wenig ihm Leben von Edward aufgehalten. Nach Jacks tot macht Edward sein Abitur und studiert.  Bis er irgendwann wieder in Berlin landet und ein Label besitzt welches sehr viel Geld abwirft, ED M. C. Dann überschlagen sich die Ereignisse und Edward sitzt nach dem Tod seiner Großmutter auf dem verbotenen Dachboden und findet in einem braun eingeschlagenen Paket die Geschichte seines Großonkels Adam, dem er so ähnlich sieht.

    Adams Geschichte ist so unheimlich traurig. Auch wenn die Autorin behutsam das Thema wechselt, so katapultiert sie uns direkt in die Zeit der Judenverfolgung.
    Auch Adam wächst in diesem Haus auf, seine Großmutter „Edda Klingmann“ ist das Familienoberhaupt und ernährt und versorgt die Familie so gut es geht. Bussler, einst der Freund ihres Mannes ist ein Freund der Familie und Sturmbandführer bei der SS.
    Edda Klingmann leert Adam vieles, nur das Fürchten lernt sie ihn nicht. Er geht in die Lehre eines Rosenzüchters und durch seinen Bruder lernt er Anna kennen. Bis eines Tages Anna verhaftet wurde und nach Polen abgeschoben wurde. Bussler findet  heraus das sie in Krakau ist und so beginnt die Reise von Adam, der jetzt Anton Richter ist und Rosenzüchter des Generalgouverneurs.

    Astrid Rosenfeld  erzählt in diesem Roman von Schicksalsgemeinschaften, von Liebe und Leiden. Vor großen Ambitionen und vom Scheitern an den Glauben. Für mich ein ganz besonderes Debüt einer jungen Autorin, die es geschafft hat einen Roman so emotional aufzubauen das man immer mehr Herzklopfen bekommt. Die Geschichte rund um das dritte Reich haben mir nur selten ein lächeln abgerungen, so sehr sie sich auch bemüht hat „Hoffnung“ und „Humor“ in dieses Kapitel einzubauen.

    „Aber ich hoffe, dass man nicht vergessen wird, dass es Menschen waren, die dieses Ghetto errichtet haben,  dass es Menschen sind, die da draußen schießen, dass es Menschen sind, die diese Züge in Bewegung setzen. Was wir hier erleben, ist keine Naturkatastrophe, sondern das Werk von Menschen.

    Ein Buch das dazu beiträgt nicht zu vergessen!

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    3 Kommentare zu “Adams Erbe von Astrid Rosenfeld

    1. Liebe Karin, berührt bin ich, ab deinen Worten. Sehr schöne Rezension und ich kann nicht anders, als meine Wunschliste um ein weiteres Buch zu erweitern.
      liebe Grüsse mirjam

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