Das Mädchen von Stephen King


 

  • Verlag: PAN (14. Februar 2011)
  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426283565
  • ISBN-13: 978-3426283561
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    Vorweg muss ich sagen, dass ich mit der Sportart „Baseball“ sehr wenig am Hut habe. Ein Drittel des Buches befasst sich intensiv mit der Sportart – das „wie“ erzähle ich euch aber in der Inhaltsangabe.  In der deutschen Übersetzung wurde leider die Kapitelüberschrift aus dem amerikanischen „Inning“ ins deutsche „Durchgang“ übersetzt. Das ist etwas unglücklich, weil es in die Irre führt, lange Zeit hatte ich eine ganz andere Vorstellung vom Fortgang der Geschichte. Das war sicher nicht von Stephen King beabsichtigt.

    Patricia „Tricia“ McFarland ist im Juni ´98 neu Jahre alt, als sie sich im Wald verirrt. Bei einem Ausflug mit ihrer Mutter Quilla und ihrem Bruder Pete zum Appalachian Trail, einem Wanderweg durch die Wälder Neuenglands, kommt sie vom weg ab.
    Pete und ihre Mutter streiten sich, was seit der Scheidung häufig der Fall war. Pete will zu seinem Vater ziehen. Tricia geht genervt hinter den beiden her und als sie pinkeln muss verlässt sie den Wanderweg. Sie verläuft sich, und anstatt zu den Beiden aufzuschließen entfernt sie sich immer mehr.

    Im Rucksack hat sie zum Glück etwas Verpflegung, ausgerüstet mit einer Flasche Wasser und Limonade, sowie einem Ei, Kartoffelchips, Twinkies, einem Thunfischsandwich, einem Poncho, einem Gameboy und einem Walkman mit Radiofunktion gerät sie immer tiefer in den Wald. Sie beginnt in neun Innings einen Kampf ums Überleben.

    Nachdem ihre Reserven erschöpft sind, sammelt sie Bucheckern und Scheinbeeren, verzehrt Sumpffarn und trinkt aus einem eiskalten Bachlauf. Sie wird merklich schwächer, bekommt Magenschmerzen und Durchfall und starken Husten.
    Sie führt Gespräche mit Tom Gordon und zieht daraus sehr viel Kraft, auch wenn ihre innere Stimme ihr sagt das sie aus diesem Wald nie wieder herausfinden wird.

    Die Bedrohung aus dem Wald wird durch Stephen King eher Subtil aufgebaut. Tricia hat das Gefühl verfolgt und beobachtet zu werden. Die Auflösung dazu ist nicht sehr originell und wirft Fragen auf. Parallelen zu Hänsel und Gretel, sowie auch Rotkäppchen sehe ich hier nicht. Auch keinen Roman als modernes Märchen.

    Der Roman ist strukturiert wie ein Baseballspiel. „Vor dem Spiel – Neun Durchgänge – Nach dem Spiel“. Tricia geht sehr sorgsam mit den Batterien des Walkmans um, er ist ihre Verbindung zur „Außenwelt“. Sie hört dem Spiel der Red Sox zu und ist ein großer Fan von dem Closer Tom Gordon.
    Die Spiele von Tricia und Gordon vermischen sich, manche Passagen wirken hier etwas speziell wenn man mit der Sportart nicht vertraut ist.

    Wer sich jetzt fragt, ob Tricia es geschafft hat aus dem Wald zu finden und ihren Plagen (Mücken, Wespen und Fliegen) und dem Monster zu entkommen und in welchem Zustand sie dabei sein wird, dem sage ich lest diese Buch.

    Das Cover ist mit dem Hologram-Foto wirklich eines der allerschönsten.
    Es lohnt sich, zwar nicht der Beste King, aber King-würdig!

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    12 Kommentare zu “Das Mädchen von Stephen King

    1. Schlicht und gut, dein neues Design 🙂
      Als King-Fan habe ich natürlich schon sehr viele seiner Bücher gelesen, aber das hier war das erste, dass ich irgendwann abgebrochen habe, weil es mir einfach zu langweilig war. Die Baseball-Beschreibungen gleich am Anfang fand ich sehr anstrengend und es wurde einfach nicht besser, wie es sonst bei King der Fall ist. Schade.

      • Auch dir lieben Dank, ich brauchte mal etwas Struktur und Übersicht und hell sollte es sein.

        Zum Abbrechen war es mir dann doch zu spannend, ich habe nur öfter mal Quer gelesen. Besonders bei dem Drittel das speziell mit dem Baseball beschäftigt war.

        Für mcih nicht wirklich ein typischen King Buch. Aber bisher haben mich auch nur „Qual“ und „Wahn“ wirklich überzeugt.

    2. Also erstmal, finde ich die neue Aufmachung deines Blogs echt klasse!

      Deine Rezension zu „Das Mädchen“ finde ich echt toll, sie hat mich wieder an das Buch erinnert, und wieder hervorgerufen, was ich damals gefühlt habe, als ich es las. Wobei es mich wahrscheinlich richtig gegruselt hat, weil ich durfte es in der 8.Klasse als Schullektüre lesen 😉
      Tolle Rezension!

    3. Oha, ein neues Design. Es wirkt irgendwie aufgeräumter und auf das Wesentliche orientiert. Gefällt mir ebenfalls sehr gut!

      Vom neuen King lasse ich dann aber eher die Finger …

    4. Für mich war das einer der besten King-Bücher, gerade die Subtilität der Bedrohung, dieses mysthische, was gar nicht mysthisch sein muss – hat mir sehr gut gefallen.

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