Highlights des Jahres 2010 – Ein Rückblick

Ich blicke zurück, auf ein wundervolles Lesejahr mit tollen Erlebnissen rund um das Thema Literatur.

Auf diesem Wege möchte ich mich natürlich bei meinen Lesern bedanken, für die Treue, die ihr mir haltet und für die vielen Kommentare und Anregungen. Auch den Verlagen, die meinen Blog unterstützen, möchte ich Danke sagen. Es war ein wundervolles Jahr und ich habe einige Verlagsmitarbeiter sogar persönlich kennenlernen können.

Ich wünsche Allen ein gesundes, sowie glückliches und erfolgreiches 2011!!

Angefangen mit Toni Jordans „Tausend kleine Schritte“, gleich ein Highlight der besonderen Art.

Für mich ein tolles Buch. Die Autorin hat mich mit ihrer Protagonistin gefangen genommen. Sie hat mich tief berührt und das ist es doch, was wir und der Autor wollen. Den gemeinsamen Berührungspunkt. Ich könnte unheimlich viele Textbeispiele dafür aufführen. In meinem Buch stecken sehr viele Post´Its, damit habe ich mir die schönsten und berauschendsten Textstellen und Abschnitte markiert.

 
 

 

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Und es kann gleich weiter gehen „Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano hat mich gleichermaßen gefangen genohmen. 
Der erst 24jährige Paolo Giordano hat mit diesem Werk einen bildreichen und hoch emotionalen Roman erschaffen. Die Leichtigkeit sieht man dem Roman nicht an, aber die Genauigkeit, mit dem der Autor die Figuren von Alice und Mattia gezeichnet hat. Die blassen Charaktere um die beiden Protagonisten haben genau die richtige Helligkeit, um das Gesamtwerk zu beleuchten. Die Spannung, die dieser Roman erzeugt, zieht sich durch das ganze Buch und lässt den Leser nicht mal nach dem Zuschlagen zur Ruhe kommen.
Mattie und Ali tun mir so unheimlich leid, weil sie eben überhaupt nichts dafür können. Ali kann nichts für den Druck des Vaters, unter dem sie lange Zeit stand und Mattie kann eigentlich nichts dafür, dass seine Schwester ihm verloren ging. Doch beide kämpfen unerbittlich gegen das Leben an…

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Im Februar habe ich mit Videorezensionen begonnen. Ich gebe zu, der Anfang war ganz schön schwer – aber inzwischen habe ich sehr viel Spass daran. Wer mag, darf gerne mal im Channel vorbei schauen.

http://www.youtube.com/user/TheFiedlers

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Dann wurde ich durch Frau Westermann vom WDR auf das Buch „Mein Leben ohne Gestern“ von Lisa Genova aufmerksam.

Der Roman wird aus der Sicht von Alice erzählt. Sie lässt uns kein einziges Mal los. Bis zum Unausweichlichen gehen wir den Weg mit ihr. Leiden mit ihr, denn sie bekommt ihren Zerfall anfangs noch mit. Auf ihrem PC gibt es eine Datei und auf ihrem Black Barry stellt sie sich jeden Monat die gleichen Fragen, sollte sie diese nicht mehr beantworten können, soll sie die Datei in ihrem PC öffnen und dort den Anweisungen folgen. Das Buch ist in Kapiteln eingeteilt, die monatlich einen Zeitraum von 1 ½ Jahren umfassen.
BeimLesen hat sich mir des Öfteren die Kehle zugeschnürt. Dennoch ist das Buch keinesfalls rührselig und trotz der Nähe, die wir zu Alice entwickeln, wirkt der Roman doch eher distanziert.

 

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Dann blicke ich zurück auf die Buchmesse in Leipzig. Viele neue Menschen kennengelernt, daneben auch Autoren wie Claudia Toman und Ursula Poznanski.

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 Und dann die Überraschung, eine Neuentdeckung. Wo ich doch gar nicht gerne Krimis lese. Aber Linus Reichlin schreibt nicht nur einfach eine Krimistory. Mit „Der Assistent der Sterne“ ist ihm ein Meisterwerk gelungen.



Eine ganz neue Dimension, ein philosophisch – physikalischer Krimi.
Neben den physikalischen Wortspielereien hat mich auch die Philosophie in diesem Buch beeindruckt.
Mit Sätzen wie:
„Es gab ein kleines und ein großes Alter. Das kleine Alter begann mit vierzig, wenn die ersten Störungen auftraten. Diese Zeit muss man unbedingt genießen. Denn sobald man ins große Alter eintrat, setzte sich einem der Tod auf die Knie und bot einem das Du an.“ …hat sich Reichlin tief in mein Leseherz gebrannt.

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Diese Empfehlung habe ich mir aus Leipzig mitgebracht, dort konnte ich einer Livelesung mit dem Autoren lauschen.
Der Straßen-Slang, in dem der Autor André Pilz, diesen Roman verfasst, ist authentisch und passt perfekt zum Milieu des Protagonisten. Die Geschichte wirkt nie überzogen und so erzählt der Autor glaubhaft eine Geschichte vom Rand der Gesellschaft. Eine Geschichte, in der nichts so ist, wie es scheint. Dann sind da noch Kai´s Briefe, an seinen Bruder Florian. Diese poetischen Monologe bilden einen Gegensatz zu der ansonsten rauen und rasanten Sprache, voller Feuer, ohne Moral und Tabus. Diese Monologe zeigen, wie es in Kai aussieht. Der Autor legt damit seine Gefühle offen.

 

 

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Und dann schafft es doch wirklich noch jemand das alles zu toppen. Benjamin Stein, mit seinem etwas anderem Buch, das, wenn man es denn will, kreuz und quer gelesen werden kann.
     

Beim Lesen dieses Romans wird man mehr als belohnt. Allein mit den mehr als drei verschiedenen Lesewegen, die dieser Roman für einen bereit hält.
Ich habe mich entschieden Bei „Jan Wechsler“ anzufangen und dann die Kapitel im Wechsel zu lesen.
Der Autor Benjamin Stein belohnt uns mit knappen und stichpunktartigen Schilderungen aus zwei verschiedenen Lebenswegen, die des Anton Zichroni und die von Jan Wechsler.  Er erzählt dies kosmopolitisch, erzählt von Moderne, von Religion und Glauben und davon wie Wissenschaft und Religion sich aneinander reiben.
Und das macht er so spannend, dass dieses Buch fast einem Psychokrimi ähnelt, der nebenbei auch noch ungeheuer klug aufgebaut ist. Gerade für die Nebenhandlung, die sich aus dem wechselhaften Lesen ergibt und deshalb bin ich auch froh mich für diesen Weg entschieden zu haben.

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Von Joshua Ferris wurde ich im Juni gefesselt. Sein Roman „Ins Freie“ erzählt von einer fiktiven Krankheit.

Was würden Sie tun, wenn sie eine Krankheit haben, die Sie ausschließt? Familie, Freunde, Arbeit – kein alltägliches Leben mehr möglich ist.
Ein Roman, eine fiktive Geschichte – wie ich sie noch nie gelesen habe. Das erste Drittel ist zwar etwas zäh, aber wichtig für den Verlauf der Geschichte. Wir lernen Tim und die namenlose Krankheit kennen. Joshua Ferris sagt: „Es war mich wichtig, eine Krankheit zu  erfinden, die zwar phantastisch genug ist, aber dennoch real sein könnte.“

 

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 Ein Thema, das so viele Menschen betrifft. Menschen, die an dem, was ihnen angetan wird, meist auch zerbrechen. Ich rede von Mobbing, und wie Delphine de Vigan davon redet, klagt sie an.

Delphine de Vigan ist nach „No & Ich“ eine meiner Lieblingsautoren geworden. Sie schafft es die Themen, die uns eigentlich alle betreffen, auf den Punkt zu bringen. Ohne den Zeigefingern zu erheben, aber sie zeigt gnadenlos mit dem Finger drauf. Hält ihn, wenn es sein muss, auch tief in der Wunde. Täglich gibt es Menschen wie Mathilde, die bei der Arbeit gemobbt werden und sich lange Zeit auch noch die Schuld dafür geben. Allen diesen Menschen, die ihren Kollegen das Leben so unendlich schwer machen – denn man nimmt es mit nach Hause, möchte ich sagen „Schämt euch“. Was seid ihr doch für erbärmliche Lebewesen.

 

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 Und wie die Zeit vergeht, schon wieder Buchmesse. Diesmal bei mir zu Hause – in Frankfurt. Schon im September liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Termin mussten strukturiert werden. Ich werde diese Zeit nie vergessen, denn neben den Autoren lernte ich so viele liebe Menschen kennen und sage nochmal Danke an Tam, Sandra, Sevda und Lexi.


http://wp.me/pOcwX-o6

http://wp.me/pOcwX-oj
http://wp.me/pOcwX-on


Beim Interview mit Gernot Gricksch http://wp.me/pOcwX-pB


(Wir meinen „Kitty“ muss sterben) 🙂


Nach dem Interview mit Denis Thériault

         

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Natürlich ist „Das Lächeln des Leguans“ eines meiner ganz großen Highlights. Das Treffen mit dem Autoren Denis Thériault hat nur noch das i Tüpfelchen drauf gesetzt. Hier möchte ich nochmal ganz speziel Herrn Zirnbauer vom DTV Verlag danken.

Mystisch geht es in diesem Buch auch vor und oft fragt man sich, ob man nicht gerade träumt. Besonders gefallen hat mir die Metapher des Krabbenschwurs in diesem Roman. Der Krabbenschwur bedeutet, dass man sich, wenn man über etwas nicht reden möchte, in sein Krabbenhäuschen zurückziehen kann.
Sehr anrührend wird hier über Verlust, Schmerz und die Sehnsucht nach Geborgenheit erzählt. Das Buch bekommt einen ganz besonderen Platz in meiner Erinnerung.

 

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 Und zu guter Letzt – ein alter Bekannter. Habe ich doch Anfang des Jahres schon „Winter in Maine“ von ihm gelesen. Doch mit „Ein bitterkalter Nachmittag“ setzt Gerard Donovan noch einen drauf.

 Unglaublich wie es Donovan versteht den Leser zu fesseln. Der Roman spielt, bis auf ein paar Ausflüge an andere Kriegschauplätze, ausschließlich auf diesem Feld. Und dennoch peitscht es uns durch dieses Buch. Und meinen wir den Ausgang der Geschichte längst zu kennen, so belehrt uns Donovan eines besseren. „Ein bitterkalter Nachmittag“ ist das Debüt des 1959 in Wexford (Irland) geborenen Schriftstellers, der im letzten Jahr mit „Winter in Maine“ schon große Erfolge feierte.

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5 Kommentare zu “Highlights des Jahres 2010 – Ein Rückblick

  1. Schöner Rückblick.
    Ich hoffe ich schaffe es dieses Jahr auch nach Leipzig und/oder Frankfurt… es würde mich sehr freuen mal meine Lieblingsblogger zu treffen…

  2. Ein beeindruckender Rückblick und vor allem sehr schön mit Fotos dokumentiert! Ich war einige Zeit nicht bzw. nur wenig im Netz, aber ab heute lese ich wieder regelmäßig mit.

    Dir ebenfalls ein glückliches neues Jahr und weiterhin viel Erfolg!

  3. Das ist ein wirklich schöner Rückblick, liebe Karin! Schön für dich, weil du so tolle Erlebnisse hattest und schön für uns, weil wir daran teilhaben dürfen. 🙂

    Alles Liebe

    Ailis

  4. *hach* so ein literarischer Jahresrückblick ist doch was Schönes. Einige Bücher haben uns gleichermassen beeindruckt; welche, das weisst du genau. Ich freue mich auf regen Austausch mit dir auch im 2011 🙂 Möge Frau Westermann uns leiten 🙂

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