Unsichtbar von Paul Auster


  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 3 (16. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498000810
  • ISBN-13: 978-3498000813
  • Originaltitel: Invisible

 

Frühjahr 1967 in New York. Der 20-jährige Literaturstudent und angehende Dichter Adam Walker begegnet auf einer Party dem französischen Gast-Professor Rudolf Born.
Born als Protagonist, das geheimnisvolle Zentrum des Romans. Diese schicksalhafte Begegnung, Walker weiß von Anfang an das er sich von Born fernhalten sollte, tut dies aber nicht. Er geht auf Borns Vorschlag ein, mit ihm zusammen eine Literaturzeitschrift zu gründen.
Doch das Projekt platzt, ein gemeinsamer Spaziergang nimmt eine fatale Wendung, und der teuflische Born entschwindet nach Paris.

Paul Auster ist seit jeher einer der mit den Zufällen und Schicksalsschlägen spielt. Was wäre wenn, was wäre – wenn Walker Born nie begegnet wäre. Aber er ist ihm begegnet.
Und so werden wir Zeuge einer verwirrenden Geschichte. Eine Geschichte wie ein Spionagethriller und Kriminalroman.

Im ersten Kapitel tritt Adam als Ich-Erzähler auf, wir lernen Born, dessen Freundin Margot und Walker kennen. Das Unheil erahnen wir schon, sind angespannt und verschlingen Seite und Seite.
Das zweite Kapitel wird aus der Perspektive von Adams Studienfreund Jim erzählt, dieser bekommt 40 Jahre später einen Brief von Adam und sie nehmen wieder Kontakt auf. Der inzwischen an Leukämie erkrankte Walker bittet um Hilfe bei der Fertigstellung des Manuskripts.
Jim – selbst Verleger und Schriftsteller – Berichtet uns also aus dem Jahr 2007.
Adam schickt Jim das erste Kapitel „Frühling“ zu, dass dem ersten Kapitel des Romans „Unsichtbar“ entspricht. Der Kreis scheint sich zu schließen. Doch dann kommt das Kapitel „Sommer“ und Auster wechselt in die „Du“ Form. Durchleuchtet das Privatleben des Adam Walker. Und wie soll es anders sein, im vierten Kapitel „Herbst“ wechselt Auster in die dritte Person Singular. Adam Walker schreibt nun über sich, wie über einen Fremden. Nur um den Roman mit einer verwirrenden Tagebucheintragung zu schließen.

Das alles gehört zu dem Spiel das Auster mit seinen Lesern spielt. Doppelter Boden, Querverbindungen, Wahrheit und Lügen.
So verwundert es auch nicht, das Born als Agent des französischen Geheimdienstes Dargestellt wird. Als Leser hat man ständig den Eindruck das gleich etwas schlimmes passieren müsse. So werden wir von einer auf die nächste „falsche“ Fährte geführt. Nichts ist so wie es zu sein scheint.
Ich bin von diesem Meisterwerk mehr als begeistert und nach „Man im Dunkel“ und „Reise ins Scriptorium“ hat mich Paul Auster ein weiteres mal geflasht. Natürlich sind alles seine Romane von einer hohen schriftstellerischen Kunst, dennoch sind mir diese drei letzten Romane die Liebsten. Auster scheint auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Spektakulär.
Beim Lesen hat man längst nicht alles begriffen was es zu begreifen gibt. Immer wieder tun sich neue Türen auf.

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7 Kommentare zu “Unsichtbar von Paul Auster

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  3. Tja. DAS hört sich zu verworren für meine gerade mal 5 Gehirnwindungen an. Soll ich Dir verraten, was mir als ersetes einfiel: „Die Bo(u)rn(e)-Identität“…Der Film, du weißt schon…

  4. Hach!
    Schön dass Du es jetzt auch gelesen hast. Da hat meine Rezension damals doch Früchte getragen 🙂
    Und noch schöner, dass Dir das Buch auch so gut gefallen hat!

    Liebe Grüße
    Bibliophilin

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