Interview mit Lea Korte

Hallo meine lieben Leser,

wie schon im Gewinnspiel angekündigt gibt es heute hier ein kleines Interview.
Lea war so nett mir ein paar Fragen zu beantworten.Ich hoffe ihr habt Spass daran.

Was mich immer interessiert, wie entscheidet sich ein Schriftsteller, in welchem Genre er schreibt? Was war ausschlaggebend für Dich historische Romane zu schreiben?

Mich haben historische Romane schon immer am meisten gereizt. Ich denke, die Wahl des Genres ist vor allem  eine Herzensentscheidung – und Temperamentsache. 

Kannst Du Dir vorstellen, jemals in einem anderen Genre zu schreiben, z. B. ein Psychothriller oder Liebesroman?

Ich habe früher Frauenromane geschrieben, dann einen Entwicklungsroman und ein Sachbuch und mich schließlich an meinen ersten historischen Roman herangewagt. Und ich könnte mir durchaus auch vorstellen, einen Thriller zu schreiben. 

Hast Du speziell zur spanischen Vergangenheit einen Bezug?

Ja, schon allein dadurch, dass ich seit fast 20 Jahren in Spanien lebe und mich von Anfang an gefragt habe, was in diesem Land „los war“, ehe ich hier „eingefallen“ bin. Ich finde, es ist wichtig zu wissen, was „vorher“ war, auch weil man dann das Heute besser verstehen kann. 

Wie lange recherchierst Du im Schnitt für ein Buch? Und kann es vorkommen, dass Du auch schon parallel zum anderen Buch recherchierst?

Das kommt darauf an; die Recherchen für einen historischen Roman sind auf jeden Fall sehr langwierig. Bevor ich mit der „Maurin“ angefangen habe, habe ich fast ein Jahr lang nur recherchiert und das, obwohl ich zwei tolle Ratgeber an meiner Seite hatte: einen Arabistik-Professor von einer Universität in Cadiz (Spanien) und seine muslimische Frau. Ohne die beiden wäre ich bisweilen sicher verzweifelt, denn die Spanier haben sich nach dem Ende der Reconquista redlich Mühe gegeben, alles Maurische aus dem Gedächtnis und der Landschaft ihres Landes verschwinden zu lassen. Dank dieses Professors kam ich aber auch noch an Quellen, an die man normalerweise nicht so leicht kommt.

Die Basis meiner Recherchen waren vor allem Bücher und Reisen. Die Recherchethemen sind ziemlich breit gefächert: Ich musste ja wissen, wie die Mauren UND die Kastilier damals gelebt haben, die Geschichte der iberischen Halbinsel kennen, ziemlich viel über den islamischen Glauben lernen und was das für den Alltag bedeutet und dann noch 1000 „Kleinigkeiten“, wie zum Beispiel, was ein Hammam ist (arabische Bäder), wie es darin „zugeht“, und und und … wobei viele Fragen erst beim Schreiben auftauchen und einen dann ziemlich aufhalten können. Aber ich liebe diese Recherche! 

Wie bist Du zum Droemer Knaur Verlag gekommen. Hast du lange nach einem Verlag suchen müssen?

Zum Droemer Knaur Verlag hat mich mein Agent gebracht. Da ich seit bald zwanzig Jahren in Spanien lebe und die spanische Post wirklich nicht die zuverlässigste ist, war mir von Anfang an klar, dass ich einen Agenten brauche. Den habe ich „damals“, dem Himmel sei Dank, sehr schnell gefunden. Inzwischen hat er sieben Bücher von mir an den Verlag „gebracht“. 

Schreibst, oder hast du für deine Kinder Märchen, bzw. Geschichten geschrieben?

Meist habe ich sie nur direkt erzählt, wobei der wirkliche Geschichtenfan eigentlich „nur“ mein Sohn ist. Der kann von Geschichten gar nicht genug bekommen, und auch heute, mit seinen 9 Jahren, will er noch Geschichten hören – inzwischen am liebsten historische und gern dürfen sie auch wahr sein.

Nur ein Mal habe ich eine dieser Geschichte auch niedergeschrieben, und sie ist sogar von einem Künstler illustriert worden. Es war eine Weihnachtsgeschichte … Bisher hatte ich aber noch nie die Zeit, mich darum zu kümmern, sie auch veröffentlichen zu lassen. 

Wie gestaltet sich eigentlich euer Leben in Spanien, so als multikulturelle Familie?

Sehr normal denke ich, und auch wieder nicht. Im Prinzip sind wir schon allein durch die Kinder, die ja in die ganz „normale“ Schule gehen, sehr an das Dorfgeschehen gebunden, aber unser Freundeskreis ist schon sehr verstreut und international, und es gibt natürlich immer wieder Leute, die staunen, wenn sie meine Kinder im ebenso korrekten wie fliegenden Wechsel zwischen vier Sprachen erleben. 

Lässt Du dir auf deinen Lesungen eigentlich etwas Besonderes für deine Leser einfallen, z. B. historische Verkleidungen oder spezielle spanische Spezialitäten?

Ich hatte es überlegt, aber meine Romanheldin ist eine Maurin und es wäre mir unpassend erschienen, mich als Muslima zu „verkleiden“. Dazu ist der Glaube einfach eine zu ernste Angelegenheit. Und Spezialitäten konnte ich, da ich ja sehr weit von zu Hause weg war, nicht mitbringen, aber die meisten Veranstalter waren da ebenso selbst aktiv wie kreativ – wie man auch auf meiner Webseite an den Fotos sehen kann. Sie hatten wahre Meisterköche für ihre Tapas und andere Köstlichkeiten! 

Wirst du auf Lesereisen begleitet, oder fährst du ganz allein?

Ja, da bin ich allein unterwegs, allerdings ist mein Mann am Ende der Lesereise nach Deutschland geflogen, damit ich die lange Strecke von Berlin nach Spanien nicht allein zurückfahren musste. So war er dann bei den letzten beiden Lesungen dabei, was mich natürlich sehr gefreut hat. 

Was ist dein Wunsch für die nächsten 10 Jahre?

Dass wir alle gesund bleiben und sich eigentlich nicht viel ändert.

Liebe Lea, ich danke Dir von Herzen.

Seit neuem gibt es einen Trailer zu Buch „Die Maurin“

Advertisements

Ein Kommentar zu “Interview mit Lea Korte

  1. Pingback: Ein neues Interview … « Lea Korte – Historische Romane

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s