Das erotische Talent meines Vaters von Björn Kern ***** (3/5)

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: C.H. Beck; Auflage: 1 (15. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406598374

Preis: 18,95 €

Leseprobe hier

 

Auf das Buch „Das erotische Talent meines Vaters“ von Björn Kern wurde ich bei einer Live Lesung via Internet, der Plattform Lovelybooks.de aufmerksam.
Björn Kern vermittelt einen sehr sympathischen Eindruck als Autor und Mensch. Und so kam es wie es kommen musste, wenn man mal ganz nah an einem Autor dran ist, man muss das Buch haben, es besitzen, es lesen.
Auch das Thema des Buches versprach Interessant zu sein.
Philip lebt in Berlin ist 23 Jahre und besucht einmal im Jahr seinen inzwischen 60jährigen Vater Jakob für ein Wochenende am Bodensee. Iris, Philips Mutter hat Jakob vor 2 Jahren verlassen.
Soweit die Familienkonstellation.
Kurz vor Philips abreise aus Berlin bekommt er Besuch von seiner Mutter, diese möchte nun wissen ob eine Rückkehr zu ihrem Mann möglich ist und Philip soll dies ausspionieren. Das wird einem aber nur nach und nach klar, durch Rückblenden von Gesprächen Philips und seiner Mutter, die willkürlich im Buch auftauchen und mich als Leser etwas durcheinander bringen.
Jakob wiederum wird seit der Trennung von seiner Frau von Frauen belagert, da ist zum einen Karen, Iris beste Freundin und zum andren Alma.

Das äußert Jakob seinem verwirrten Sohn gegenüber so:
„Ich werde verfolgt!“ … „und von wem?“ … „Von der
Damenwelt – “ Seine Stimme war rau, noch tiefer als
sonst, als wollte er nicht so sehr vor der Damenwelt
warnen, sondern die Damenwelt beeindrucken. Seit er
die Sechzig überschritten hatte, schien sein Alterungsprozess
zu stagnieren, und seit meinem vorletzten Besuch
wirkte er, als würde er gar wieder jünger werden.“

Was Philip also an diesem Wochenende vorfindet ist ein äußerst vitaler und von Frauen umschwärmter Vater. Jacob will sich aber auf keinen Fall binden und so kommt es das er die beiden Frauen regelmäßig verstößt, diese lassen sich das gern gefallen und fühlen sich bestätigt.
In Philips Augen spielt sein Vater ein Spiel, das er aber noch zu durchschauen versucht.

Was versucht uns der Autor nun eigentlich mitzuteilen?
Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn oder der Konflikt zwischen dem Alter und der Jugend? Beziehungsdramen? Vielmehr erzählt er von einer verkehrten Welt, einer Welt in der die Kinder konservativer sind als ihre Eltern und diese damit beschäftigt sind sich selbst zu verwirklichen. Ich vermute es geht hier vielmehr um unsere heutige Gesellschaft.
Das Verhältnis Vater zu Sohn ist meines Erachtens in diesem Roman nicht als Konflikt zu bezeichnen, auch nicht schwierig, eher die Situation der Trennung der Eltern. Die Verhältnisse sind hier nicht von tragischer, sondern eher von tragikomischer Natur. So räumt Philip seinem Vater hinterher und überwacht ihn, während Jakob seinem Sohn zu zeigen versucht wie schrecklich verrückt das Leben sein kann.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin verwirrt.
Das Buch lässt mich auf langen Strecken dahin treiben, dann wiederum muss ich schwimmen um den Anschluss zu halten. Wahrscheinlich waren mir die Töne mit denen Björn Kern versucht diesen Roman zu skizzieren zu leise, die Andeutungen zu wage.
Der Roman bekommt von mir 3 1/2 Sterne.

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Ein Kommentar zu “Das erotische Talent meines Vaters von Björn Kern ***** (3/5)

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