Der japanische Verlobte von Amelie Nothomb ***** (4/5)

 

 

Gebundene Ausgabe: 162 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (26. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257067461
ISBN-13: 978-3257067460

Leseprobe zu Der japanische Verlobte

Mit Blicken in denen man sich still in die Augen schaut, ein Roman so still, dessen Wucht darin liegt, den Betrachter im Leser zu wecken.
Dieser autobiografisch besetzte, humorvolle und dünne Roman erzählt die verrückte Liebesgeschichte von Amelie und dem japanischen Rinri.

Amelie kehrt mir 21 Jahren in das Land ihrer Kindheit zurück. Sie will ihre Muttersprache wieder lernen und so annonciert sie in einer Zeitung, dass sie in Französisch Unterricht geben will. Auf diese Annonce meldet sich Rinri und so wird er auch ihr ständiger Begleiter.
Er führt sie aus an offiziell romantische Plätze und sie macht Erfahrungen mit einem sehr intimen Kulturknigge. Rinri entpuppt sich als stoischer Liebhaber, was Amelie aber keineswegs stört, bis zum unvermeintlichen Heiratsantrag. Amelie verlässt Japan und kehrt erst Jahre später wieder zurück als sie ihren Roman „Die Reinheit des Mörders“ veröffentlicht.

Die Beschreibungen die Amelie Nothomb hier anwendet sind von einer solchen Klarheit. Auch das Essen spielt in diesem Roman eine sehr große Rolle, vom ersten gemeinsamen Essen bis hin zum Heiratsantrag mit frischen Meeresfrüchten. Besonders in dieser Situation ist es Amélie Nothomb gelungen das beklemmende Gefühl das Amelie beim Antrag hatte rüberzubringen. Zugleich ist es aber auch eine sehr humorvolle Episode. Aber bitte selber lesen, was der Tintenfisch mit Amelie anstellt.

Ihre Romane „Mit Staunen und Zittern“, sowie auch „Metaphysik der Röhren“ werden in diesem Roman erwähnt und haben auch autobiografische Züge. „Die Reinheit des Mörders“ ist nach der Rückkehr in Belgien entstanden.
Ich bin sehr froh Amelie Nothomb entdeckt zu haben und werde alsbald „Mit Stauen und Zittern“, sowie auch „Metaphysik der Röhren“ von ihr lesen. Sie setzt ihre Worte gut gewählt und besticht gerade durch wenige davon. Dieser vielen Worte bedarf es aber auch nicht, da man ein Meer an Bildern aus diesem Roman zieht.