- Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
- Verlag: Picus Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2012)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3854526792
- ISBN-13: 978-3854526797
Seitenweise hätte ich so weitermachen können, die verbrauchten Worthülsen wieder aufsammeln und immer wieder lesen können.
Doch nach Rund 200 Seiten wird dem Lesevergnügen ein Ende gesetzt. Abrupt und aus heiterem Himmel blättert man die letzte Seite um und das war es.
Das Ende kommt aus dem weißen kalten Wald , es blitzt auf – ich schaue erst nach rechts, dann nach links. Blättere – doch dort ist schon die Danksagung.

Seitenweise hätte ich so weitermachen können, die verbrauchten Worthülsen wieder aufsammeln und immer wieder lesen können.
Doch nach Rund 200 Seiten wird dem Lesevergnügen ein Ende gesetzt. Abrupt und aus heiterem Himmel blättert man die letzte Seite um und das war es.
Das Ende kommt aus dem weißen kalten Wald , es blitzt auf – ich schaue erst nach rechts, dann nach links. Blättere – doch dort ist schon die Danksagung.
Das Ende – offen.
Kalt die Gedanken. Allein wie Hobbes sitze ich in meinem Lesesessel und lasse die Geschichte nachwirken.
Die Spannung verliert sich nicht ein einziges mal. Der Schreibstil von Gerard Donovan erinnert mich sehr stark an Patricia Highsmith. Vielleicht habe ich deshalb im Laufe der Geschichte eine zu große Erwartung an das Ende gesetzt und ich vermisse den Aha – Effekt.
Mir kommt es so vor, als hätte der Autor nicht gewusst wie er das Buch zu Ende bringen soll.
Aber vielleicht ist ihm auch nur der Spannungsbogen gerissen – so wie ich aus dieser wundervollen Geschichte.
Die Geschichte:
Julius lebt nach dem Tod seines Vaters allein in einer Hütte, mitten im Wald in Maine. Das Alleinsein macht ihm nichts aus, das Stillsein hat er von seinem Vater gelernt.
„Maine, der weiße Stern, der ab November leuchtet, herrscht über einen kalten Winkel des Himmels. Hier können nur kurze Sätze und lange Gedanken überleben: Wer nicht aus nördlichem Holz geschnitzt und langes Alleinsein gewohnt ist, sollte im Winter nicht hier sein.Die Entfernungen werden riesig, die Zeit wird über den Haufen geworfen“
Bis eines Tages Claire mitten aus dem Wald auf seine Hütte trifft. Sie sich anfreunden, sie immer öfter kommt und auch übernacht bleibt. Und erst als Claire nicht mehr kommt, spürt er seine Einsamkeit.
Was ihm blieb ist Hobbes, sein Pitbullterrier. Er und Claire hatten ihn gemeinsam aus dem Tierheim geholt. Claire war der Auffassung er solle dort oben nicht allein leben.
Doch Claire war jetzt schon 4 Jahre nicht mehr da gewesen, hatte sich für jemand anderen entschieden, jemand der ihr mehr bieten konnte.
In der Nacht vom 30. Oktober wird Hobbes aus nächster Nähe erschossen. Aber wer macht etwas so grausames – kannte Hobbes seinen Mörder?
Es beginnt eine psychologische Hetzjagd nach dem Mörder von Hobbes.
Wer hat ihn erschossen, seinen geliebten Freund, seinen Begleiter?
Hatte Claire einen Plan verfolgt?
Der Autor Gerard Donovan schafft es, mich die Kälte des Schnees spüren zu lassen. Die Sätze wehen mir um die Ohren. Mein Herz schlägt mit jeder Seite schneller und schnell sympathisiere ich mit Julius, werde zum Mittäter.
Ich halte inne – überlege was der Autor mit mir macht, was er in mir bewegen wollte. Was sein Ziel ist.
Ein Buch bei dem ich mir gerne noch ein paar Seiten mehr gewünscht hätte, ein Vergnügen das nur Rund 3 Stunden anhält, aber viel länger nachwirkt.
Was wir als Kinder erleben, dass lässt uns das ganze Leben nicht mehr los.
Alice und Mattia sind die zwei Protagonisten dieses Romans, die gleicher, abder dennoch ungleicher nicht sein können.
Alice stand lange unter dem Druck ihres Vaters ein Skiass zu werden. Sie selbst wollte aber einfach nur Kind sein. Bis sie eines Tages anfängt, ihren Körper zu misshandeln. Und zwar so stark, das sie eine Karriere, die ihr Vater ihr auferlegen wollte, aufgeben konnte. Doch sie hört nicht auf, es ist für sie eine Obsession geworden, sie will dem Leben so entfliehen.
Mattia wurde als Zwilling geboren, seine Schwester Michaela war anders als er, sie konnte nicht sprechen und schien geistig behindert.
Nur einmal hatte er auf seine Schwester nicht acht gegeben. Hat sie nicht zur Geburtstagsfeier eines Freundes mitgenommen, sondern auf eine Bank in einem Park gesetzt.
Seitdem Michaela verschwunden war, litt Mattia unter Borderline. Seine ganze Kraft steckt er in die schulischen Leistungen und ist überdurchschnittlich begabt. Er vermeidet jeglichen Kontakt mit anderen.
So lernt er Alice kennen und bis zu dem oben beschriebenen Kuss, haben sie sich kaum berührt.
Der erst 24jährige Paolo Giordano hat mit diesem Werk einen Bildreichen und hoch emotionalen Roman erschaffen. Die Leichtigkeit sieht man dem Roman nicht an, aber die Genauigkeit mit der der Autor die Figuren von Alice und Mattia gezeichnet hat. Die blassen Charaktere um die beiden Protagonisten haben genau die richtige Helligkeit und das Gesamtwerk zu beleuchten.
Die Spannung die dieser Roman erzeugt, zieht sich durch das ganze Buch und lässt den Leser nicht mal nach dem zuschlagen zur Ruhe kommen.
Mattie und Ali tun mir so unheimlich leid, weil sie eben überhaupt nichts dafür können. Ali kann nichts für den Druck des Vaters unter dem sie lange Zeit stand und Mattie kann eigentlich nichts dafür das seine Schwester ihm verloren ging. Doch beide kämpfen unerbittlich gegen das leben an…