Die Seherin von Daniela Meisel ***** (4/5)

Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Arovell; Auflage: 1 (15. April 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3902547197
ISBN-13: 978-3902547194

Wir begleiten einen außergewöhnlichen Menschen durch drei Epochen seines Lebens. Zunächst lernen wir Sandra als 5 jähriges Mädchen kennen. Ein Mädchen das es nicht leicht hat, da sie ihre hellseherischen Fähigkeiten noch nicht richtig zu deuten weiß. Sandras Vater starb kurz nach ihrer Geburt und so muss Sandras Mutter „Katharina“ das Mädchen allein aufziehen. Beziehungen zu Männern scheitern, weil sie mit Sandra nicht zurechtkommen. Mit ihren Ausbrüchen macht sie den anderen Kindern, sowie auch den Müttern Angst und darf somit nicht in den Kindergarten gehen.
Als Mädchen mit 15 Jahren weiß sie sich zwar durchzusetzen, hat aber nur sehr wenige Freunde und wird von Mitschülern gehänselt. Dann lernt sie auf einem Schulausflug Tobias kennen und die beiden verlieben sich. Doch dann gibt es einen Unfall und auch mit Tobias gibt es Schwierigkeiten.
Dann sehen wir sie wieder, 19 Jahre später, inzwischen ist einiges passiert. Sandra hat inzwischen gelernt ihre Fähigkeiten einzusetzen und arbeitet mit einer Beratungsstelle zusammen um Menschen zu helfen die ihre Angehörigen als Vermisst melden. Und durch Zufall kommt sie jemandem auf die schliche der einen regen Menschenhandel betreibt.
An dieser Stelle möchte ich gerne mit der Inhaltsangabe abbrechen um nicht zu viel zu verraten.
 
Die Personen rund um Sandra und auch Sandra selbst sind wundervoll ausgearbeitet. Mit viel liebe zum Detail hat die Autorin, Daniela Meisel, jeden Einzelnen aufleben lassen. Als unsichtbarer Beobachter reisen wir mit Sandra durch die Zeit. Oft werden wir erschüttert, aber mir lachen auch mit Sandra.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen dass es weitere Bände mit Sandra als “Ermittlerin” geben könnte. Es wäre wirklich schade eine so wertvolle Protagonistin einfach aufzugeben.
 
Die einzigen Kritikpunkte die ich habe, sind das Lektorat des Verlages, hier wurde leider etwas nachlässig gearbeitet.  Und ein bisschen habe ich mich an der Sprache gestört, da das Buch doch einen gewissen Hang zum österreichischen hat. Damit muss man auch erstmal zurechtkommen :-)
Ich möchte aber nochmal betonen, dass diese beiden Punkte dem Lesegenuss keinen Abbruch tun.
 
Im Großen und Ganzen eine kleine Perle. Also unbedingt lesen!!

Daniela Meisel wird am 08. September 1977 im niederösterreichischen Horn geboren und wächst in Baden bei Wien auf. An der Universität Wien studiert sie Biologie mit den Schwerpunkten Ethologie und Meereskunde und verfasst ihre Dissertation über das Verhalten von Octopoden. Nach Auslandsaufenthalten in Südafrika und Kalifornien arbeitet sie an der Medizinischen Universität Wien. 2008 Umzug nach Linz, wo sie die Akademie für Literatur in Leonding besucht und für die oberösterreichischen Landesmuseen Kultur vermittelt. Heute schreibt und lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Baden bei Wien.