Die unwahrscheinliche Pilgerreise…

des Harold Fry von Rachel Joyce


  • Gebundene Ausgabe:384 Seiten
  • Verlag:Krüger, Frankfurt; Auflage: 1 (16. Mai 2012)
  • Sprache:Deutsch
  • ISBN-10:3810510793
  • ISBN-13: 978-3810510792

Buchaktion vom Fischer-Verlag

Leseprobe

Wanderkarte

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Eigentlich wollte der pensionierte Harold Fry nur einen Brief an seine alte Arbeitskollegin Queenie  einwerfen. Queenie und Harold haben sich 20 Jahre nicht gesehen und doch will sie sich von ihm verabschieden. Sie teilt ihm mit, dass sie Krebs hat und bald sterben wird.

Harold möchte ihr antworten, weiß aber nicht was er schreiben soll. So kritzelt er schnell ein paar Worte auf Papier und verschließt den Brief.

„Liebe Queenie, danke für Ihren Brief. Es tut mir leid. Alles Gute – Harold (Fry).“

Er teilt seiner Frau Maureen nur schnell mit, dass er den Brief einwirft und gleich wieder da ist.
Nachdem er viel zu schnell am Briefkasten angelangt ist, beschließt er bis zu Post zu gehen.
An der Post geht er vorbei ohne innezuhalten. Er will wiedergutmachen, was er vor 20 Jahren versäumt hat. Er will den Weg zu Queenie zu Fuß zurücklegen.

„Er drückt das Blatt gegen die Glasscheibe und kritzelte ein P.S.  dazu: Warten Sie auf mich H.!“

Dann wirft er den Brief ein und marschiert los.
Ohne Vorbereitung, mit seinen Segelschuhen und ohne die erforderliche Kondition will er 1000 km   von Kingsbridge nach Berwick laufen.

„Sechs Tage nach seinem Aufbruch von Kingsbridge und knapp siebzig Kilometer von Fossebridge Road entfernt rutschte Harold der Hosenbund unter den Bauch, und von Stirn, Nase und Ohren schälte sich sonnenverbrannte Haut.“

Auf seiner Reise begegnet er vielen Menschen. Als er von seinem Vorhaben erzählt werden die Leute neugierig, überdenken ihr eigenes Leben und wünschen ihm Glück. Sie können ungezwungen mit ihm reden und er kann ungezwungen zuhören. Er begegnet einer slowakischen Ärztin, die in England nur putzen darf, einem Sozialarbeiter, einem unheimlich bekannten Schauspieler, einem amerikanischen Onkologen und viele andere verschiedene Charaktere.

Die Autorin Rachel Joyce zeigt diese kurzen Charakterzeichnungen mit solch lebhaften Bildern, dass man meint diese Menschen zu kennen, obwohl wir nur einen kleinen Blick in ihr Leben geworfen haben. Bei Harold ist es anders, hier werden wir langsam mit seinem eigentlichen Charakter bekannt gemacht.
Es gibt kurze Rückblenden aus seinem Leben. Sein Vater kam krank aus dem Krieg zurück und konnte mit Harold nichts anfangen. Seine Mutter verließ die beiden früh. Und mit 16 wurde Harold vor die Tür gesetzt.

„Wenn er diesen Weg ging, um alte Fehler wiedergutzumachen, so bestand seine Reise auch darin, die Eigenart anderer zu akzeptieren.

Ich habe mir aus dem Buch so unheimlich viel Wärme und Verständnis ziehen können. Die Autorin rührt uns aber nicht zu Herzen, viel mehr rüttelt sie uns auf. Es wird Zeit aufzuwachen und sich auf die Reise zu machen, wartet nicht zu lang damit.

 

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2 Kommentare zu “Die unwahrscheinliche Pilgerreise…

  1. Pingback: Bücherherbst #6 | Chaostante Karin

  2. Mir hat dieses Buch auch sehr gut gefallen! Leider kam diese Buchpost erst nach meiner Blogaufgabe bei mir an, aber eine Rezension habe ich nun doch noch verbrochen und das Buch macht sich auf den Weg zu einer guten Freundin, die hoffentlich ebenso viel Freude mit diesem Roman haben wird. :)

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